Klassiker, die niemand kennt…! #2 – Psychotoxic

In dieser Serie möchte ich regelmäßig über Games aus der PC- & Konsolenwelt berichten, die trotz ihrer vorhandenen Qualitäten nie das breite Spektrum der Gamer erreichen konnten und dennoch einen Blick wert sind. Vielleicht kann der ein oder andere Titel euer Interesse wecken und ihr gibt ihm eine zweite Chance…sollte das Spiel überhaupt noch auf regulären Wege erwerbbar sein. Konstruktive Kritik ist nicht nur willkommen, sondern ausdrücklich erwünscht!

Teil 2: Psychotoxic

In Teil 2 meiner Reihe befinden wir uns, bevor es in Teil 3 auf die Konsolen geht, wieder auf dem PC. Genauer gesagt befinden wir uns im Jahr 2004 und zu dem Spiel, das ich euch in den nächsten Zeilen etwas näher bringen möchte, habe ich eine ganz besondere Beziehung. Aber fangen wir erst einmal mit den harten Fakten an: Hinter dem Ego-Shooter „Psychotoxic“ steckt das deutsche Entwicklerteam von „Nuclearvision“ aus Braunschweig, die mit ihrem ersten großen Projekt im hart umkämpften Genre der Ego-Shooter auf dem PC einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollten. Das dieses Projekt unheimlich ambitioniert war, ist logisch – schließlich warf das Ende 2004 erscheinende Half-Life 2 seinen riesigen Schatten voraus.

Aber worum geht es in Psychotoxic? Die Geschichte ist schnell erklärt: In naher Zukunft will der Sektenführer Crowley (*hust*) mit einer Maschine namens „4 Reiter der Apokalypse“ die Menschheit vernichten. Nur die auserwählte Heldin namens Angie Prophet (*husthust*) kann ihn stoppen. Soweit, so austauschbar. Aber was machte Psychotoxic abseits seiner Herkunft so besonders? Diese Frage ist nicht einfach so ohne Weiteres zu beantworten, sondern bedarf eines tiefer gehenden Blickes – schließlich ist die Mechanik, die dem Shooter zugrunde liegt mit „solide“ sehr treffend beschrieben. Auch ist die Waffenauswahl zwar ordentlich, aber im Kern auch nur das, was man von einem Shooter erwartet – die Technik, die auf der deutschen Vulpine-Engine basierte, tat ihr Selbiges. Also, Warum sollte man Psychotoxic dann unbedingt gespielt haben? Es sind manche Levels, die das Spiel in meinen Augen so besonders machen und auf der anderen Seite war es der Entwickler selbst, der mit seiner Nähe zu den Fans des Spiels einen sehr sympathischen Eindruck hinterließ.

Fangen wir bei den Levels an: In Psychotoxic kämpft sich Ms. Prophet nicht nur durch die Straßen New Yorks oder die Air Force One – Sie besaß auch die Fähigkeit, in die Träume ihrer Gegner zu gelangen und dort unheimliches Chaos zu veranstalten. Oder mit einem noch extremeren Chaos konfrontiert zu werden. So kämpft man sich durch eine Welt voller Uhren, um einen Verbündeten zu retten, bevor dessen Zeit ablief, schlachtete sich durch Horden von Kühen, die Maschinengewehre anstatt Euter besitzen, oder legte sich mit einem ganzen Clan voller wilder, rosa rappender Häschen an. Klingt strange? War es auch!

Folgendes Video gibt euch einen Vorgeschmack auf das „Häschen-Level“:

Im Gegensatz zum grafisch recht tristen und von Grautönen dominierten Rest des Spiels überzeugen die „Traumlevel“ neben ihrem abgedrehten Design auch durch grafische Abwechslung und bescherten mir neben dem ein oder anderen „WTF?!“-Moment auch viele, viele Lacher.

Und der andere Punkt, warum Psychotoxic für mich ein Klassiker ist und bleibt, liegt bei dem sehr kundennahen Entwickler und der damaligen Community selbst. Wir Anhänger des Spiels waren eine verschworenen Gemeinschaft und standen über das damalige offizielle Forum im stetigen Kontakt mit den Entwicklern, tauschten uns aus und gründeten schließlich gar selbst eine Fanpage (Psychotoxic Zone, leider mittlerweile offline), auf der wir die neusten Infos zum Spiel präsentieren durften, Interviews mit den Machern führten und letztendlich, ausgestattet mit VIP-Tickets für die Games Convention, einen Vorort-Bericht direkt in Leipzig erstellten.

Dies alles blieb auch seitens Nuclearvision nicht ohne Honorierung: Als Dankeschön für unser Engagement wurden wir in den Credits des Spiels verewigt. Unter meinem alten Nick „Psychofechtel“ (Der im übrigens nichts mit dem Spiel zu tun hatte!) tauche ich dort zusammen mit den anderen Köpfen hinter unserer Fanpage auf. Das war damals natürlich für jeden von uns etwas ganz Besonderes und ist auch heute noch eine Sache, an die ich mich gerne erinnere.

Hier findet ihr die Credits im Ganzen, inklusive der Schlussszene (Achtung: Spoiler! ;-) ):

Leider blieb der kommerzielle Erfolg des Spiels aus, infolge dessen schloss auch Nuclearvision ca. 1 Jahr später ihre Tore. Die Wertungen des Spiels liegen zumeist im mittleren Bereich, was neutral gesehen auch in Ordnung geht. Die durchgedrehten „Traumlevel“ aber als solches sind mir auch in heute noch in guter Erinnerung und machen das Spiel absolut erlebenswert.

Interessanter Fakt zum Schluss: Das auf Steam erhältliche „Codename Gordon“, auch bekannt als „Half-Life 2D“ und ebenfalls entwickelt von Nucelarvision, war eine Auftragsarbeit seitens Valve um den kommenden Blockbuster Half-Life 2 zu bewerben. Das spaßige 2D Jump ´n Shoot ist zugleich auch ein absolutes Novum im Universum von Half-Life. Denn in diesem Titel, in dem ihr die Kontrolle über Gordon Freeman übernehmt, ist es euch möglich, mit euren Verbündeten zu kommunizieren. Auch wenn sich Gordon nur via Emoticons ausdrückt. Zumindest hier war Nuclearvision dem legendären Entwickler Valve einen Schritt voraus.

Das war es auch schon mit Teil 2 der verkannten Klassiker. Und da sich bereits der drittel Teil in den Startlöchern befindet, möchten wir zum „kleinen“ Jubiläum (Aller guten Dinge sind schließlich 3!) ein kleines Gewinnspiel veranstalten. Was es zu gewinnen gibt und wie ihr gewinnen könnt, erfahrt ihr demnächst auf eurer Lieblings-Gamingseite #1 – Der GPL!

Bis dahin – Keep on Gaming!

Euer Hollewood

Factsheet

Entwickler: Nuclearvision (Insolvent)
Publisher: Vidis (www.vidis.com)

Erscheinungsjahr: August 2004
Plattform: PC

Verfügbarkeit: Gut – Auf Ebay befinden sich regelmäßige Angebot zum Sofortkauf. Der Preis liegt bei ca. 5 -7 € inklusive Versand. Auf Rebuy.de befinden sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ebenfalls Spiele zum Verkauf. Der Preis liegt bei extrem günstigen 0,99€!

One thought on “Klassiker, die niemand kennt…! #2 – Psychotoxic

  1. Etzloets

    Ein sehr interessanter Artikel. Falls ich mal Leerlauf habe, werde ich mir das Spiel mal ansehen.

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