LevelUP Review: Little Big Planet 3

Kai-Uwe, Nancy-Chantall, Ronny und Sackboy. Nein, dies ist nicht die Liste der beliebtesten Vornamen in Bitterfeld, sie haben aber dennoch eines gemeinsam. Man macht gerne Witze über sie – Da wir uns aber einer gewissen Seriösität verpflichtet haben, machen wir natürlich keine Witze, über komische Vornamen, sondern widmen uns wichtigerem: “Dem Testen von Games.” Und da Kai-Uwe und Co. zumindest meines Wissens nach, noch keine eigenen Versoftungen haben, richten wir unseren Fokus auf den knuffigen Sackboy. Richtig, dies ist jener kleiner Kerl, mit dem undankbaren Namen, der Exklusiv auf Sony Konsolen in „Little Big Planet“ nun schon zum dritten Mal die Bretter, die die Welt bedeuten, betreten darf. Herzlich Willkommen zum LevelUP Review von Little Big Planet 3!

LBP3-E3screen012_1402365253

Sackboy bekommt in seinem dritten Abenteuer auf der Konsole tatkräftige Unterstützung von drei neuen Freunden!

 

Ohhhhhh, wie süß!

Auch wenn LBP und dessen Protagonist nicht an den Bekanntheitsgrad eines Mario, Master Chief, oder Solid Snake heranreicht, ist der kleine Kerl zumindest bei Freunden, des Jump´n Run Genres ein Begriff. Nachdem die Vorgänger von Media Molecule entwickelt worden sind, darf sich in Teil 3, der Reihe Sumo Digital beweisen, Kreativität und einen fordernden Hüpfer sinnvoll unter einen Hut zu bringen. Denn in LBP springt, hüpft, hangelt und rollt man sich nicht nur von links nach rechts, in einer sehr stimmungsvollen und in Textiloptik gehaltenen 3D-Welt, die glatt aus Resten einer großen Schneiderei kommen könnte, durch verschiedenste Welten, wie den Weltraum, eine Schneelandschaft, unheimliche Sümpfe, oder ein riesiges Spielcasino,nein, man löst auch viele Rätsel, die zwar in der Regel nicht allzu schwer ausfallen, aber aufgrund ihre innovativen Herangehensweise immer für einen Lacher gut sind. Denn wie in der Serie gewohnt, sammelt man nicht nur diverse Sticker, die einfach so im Level verteilt, oder durch das Besiegen von Gegner zu ergattern sind, sondern setzt diese auch an der passenden, aber nicht immer sofort offensichtlichen Stelle ein, um Wege freizumachen oder Geheimgänge freizulegen. Neben den Stickern gibt es auch Unmengen an anderen Goodies zu erstehen, die in erster Linie das Outfit des kleinen Wollknäuel verändern und/oder zur Verzierung der Levels oder des Hauptquartiers, von dem aus man die Levels und anderen Spielmodi anwählt, dienen.

Das Spiel präsentiert sich dabei gewohnt knuffig und hat einen unverwechselbaren Stil. Die liebenswürdige Charaktere gefallen, die skurille Story (Kurzfassung: Glühbirne will Welt versklaven!) ist ganz nett und das Leveldesign gewohnt verrückt, aber dennoch unheimlich eingängig. Es macht Spaß, mit dem Sackboy und seinen Freunden, die ihr im Laufe des Spieles freischaltet und von denen jeder seine eigenen Fähigkeiten mitbringt, das Abenteuer zu bestreiten. Zur ganz großen Referenz in Genre reicht es freilich nicht, aber der Solopart macht Spaß und unterhält über die ca. 5 Stunden Spielzeit. Motivierte Sammler von Stickern und Goodies benötigen natürlich deutlich länger. Erwähnt werden sollte auch die musikalische Untermalung des Titels. Neben eigenen Kompositionen kann man auch des öfteren bekannte Klassiker und Rocksongs in ihrer ganz eigenen Interpretation hören. Die Musik ist dabei immer passend und nie störend.

 

LBP3-E3screen020_1402365278

Vergesst Liquid Snake, vergesst Ganondorf, vergesst selbst Wario: Diese fiese Kreatur auf dem Bild ist der gemeine Nemesis in LBP3!

 

Unendliche Welten erstellen für Dummies!

Eigentlich wäre jetzt eine deutlichere Kritik angebracht, wenn man bedenkt, dass bereits nach 5 Stunden Spielzeit Schluss sein soll. Aber seit Beginn der Serie ist der Solopart nur eine Art Beiwerk, denn sein ganzes Potenzial schöpft LBP online aus.

Und hier gibt es einiges zu tun: Entweder lädt man sich Freunde ein, und bestreitet die Level gemeinsam oder lässt sich sich einen Randompartner zulosen. Das macht Spaß und eröffnet in den jeweiligen Welten nochmals ganz andere Wege, die man im Solopart so nicht erreichen konnte.

Das Herzstück des Spiels ist aber ohne Zweifel der Leveleditor. Dank der umfangreichen Auswahl und der gelungenen Steuerung per Pad, erstellt man schnell seine eigenen Level und platziert in diesen gezielt fiese Fallen, schier unüberwindbare Abgründe, oder steile Abhänge. Anschließend kann man die Level mit der LBP-Community teilen und selbstverständlich auch die Kreationen, von anderen herunterladen und spielen. Dabei erdeckt man immer wieder herrlich abgedrehte und verrückte Kreationen, die der Entwickler selbst nicht besser hätte hinbekommen können. Verhält es sich mit LBP3 so, wie mit seinen Vorgängern, sollte auch auf längere Zeit immer genug neuer Content zur Verfügung stehen.

 

LBP3-E3screen010_1402365248

Die Level so verrückt wie ihre Bewohner. Und erst die freispielbaren Kostüme…

 

Ende Gut – Alles Gut?

Auch wenn es löblich ist, dass das Spiel voll lokalisiert und auch mit im Grunde guten deutschen Sprechern daherkommt, so nerven die manchmal nicht enden wollenden Monologe spätestens dann, wenn man kurz zuvor sein Leben lassen musste, an den fair platzierten Checkpoints wieder startet, nur kurz darauf wieder der Sequenz, mit dem endlosen Dialog lauschen zu müssen. Richtig: Müssen! Denn leider kann man die Sequenzen nicht überspringen und wird zum zuhören verdammt. Ein Fehler, der heute nicht mehr passieren dürfte.

Auch dürfte der knuddelige Stil in Verbindung, mit dem recht leichten Schwierigkeitsgrad nicht jedermanns Sache sein. Wer weiß, was ihn in LBP erwartet, darf aber ohne Bedenken zum Pad greifen. In einem eventuellen Teil 4 allerdings, dürfte die Serie aber nach nunmehr 3 an sich identischen und nur in technischen Details verbesserten Ablegern gerne mal etwas neues und frisches einfallen lassen – Denn letztlich ist Little Big Planet wieder ein Little Big Planet und nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

 

LBP3-Gamescom-Screen10_1407756841

Der Editor des Spiels ist unheimlich umfangreich – Hier findet jeder etwas passendes!

 

Fazit & Wertung

Auch in Teil 3 der Reihe hat mich die skurrile Welt und der sympathische, kleine Sackjunge überzeugt. Während der Solopart zwar keinen Innovationspreis gewinnt und unterm Strich als solide und gut bezeichnet werden kann, sind im Besonderen die selbst erstellten Level der Community mitunter sehr genial. Wie sagte bereits ein Altes Sprichtwort: „Die Titanic wurde von Profis gebaut, die Arche Noah von Amateuren!“. Natürlich ist auch das Leveldesign des Entwicklers gut, gegen die innovativen und verrückten Ideen der Fans ist aber kein Kraut gewachsen – Im positiven Sinne! Fans der Serie und Gamer mit einer Vorliebe für Jump´n Runs und das Jagen und Sammeln, nach Stickern und Goodies greifen zu, alle anderen sollten die Chance zum Probespielen nutzen. Für eine Fortsetzung erwarte ich aber ein paar Neuerungen – Denn schließlich hat sich am Spiel selbst seit 6 Jahren kaum etwas geändert.

 

Wertung: 81%

One thought on “LevelUP Review: Little Big Planet 3

  1. DarkSora

    Bis auf die Einleitung liest sich der Test etwas faad. Auch liest man nicht heraus, was dem Titel außer nicht skippbarer Sequenzen und der kürzeren Spieldauer (die durch den MP ausgemerzt wird) nur zur einer 80% verhilft

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>