LevelUp Review: Risen 3 – Titan Lords

 

 

Das erste Wort, dass mir einfällt wenn ich an Risen 3 denke ist „Schade“. Man hat ein gutes Spiel, aber durch technische Unzulänglichkeiten wird viel von dem guten Eindruck wieder zunichte gemacht. Weshalb ihr dem Spiel trotzdem eine Chance geben solltet, erfahrt ihr in unserem Review.

Bugs am laufenden Band

Ich fange direkt mit dem Kritikpunkt Nummer 1 an. Die Technik von Risen 3 ist nicht schönzureden. Über teils schwache Texturen, Kantenflimmern und ins Bild ploppende Objekte könnte ich noch hinwegsehen. Die Spielwelt ist stimmig, wenn auch zu Teilen schon aus dem Vorgänger bekannt. Der Spielspaß wird aber durch Bugs und Fehler gestört. Ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll. Während ich Risen 3 getestet habe, ist mir das Spiel vier mal abgestürzt. Dazu kommen Einbrüche der Framerate, bei denen man sich fühlt als würde man sich eine Diashow ansehen. Besonders schlimm sind Phasen, in denen das Bild komplett einfriert. Hier dauert es schon mal 30 Sekunden, bis das Spiel weiterläuft. Der Höchstwert, den ich beim Review gestoppt habe waren 92 Sekunden! In der Zeit kann ich in die Küche gehen und mir gemütlich einen Kaffee holen. Wenn dieser Fehler auch noch häufig in kurzer Zeit auftritt, kann man am Controller auch mal genervt sein. Auch weitere Bugs sind im Test aufgefallen. So hing ich zum Beispiel in einer Wand fest, mein Gegner hing in einer Wand fest, ich hörte eine Zwischensequenz, aber konnte sie nicht sehen, da mir nur der Ladebildschirm angezeigt wurde und so weiter. Bei den Bugs merkt man, dass das Team vom deutschen Studio Piranha Bytes sich mit den 3 Versionen (PS3, PC, 360), die sie parallel entwickelt haben, übernommen hat. Hier wäre mehr Zeit für Feinschliff nötig gewesen. Aber warum sollte man dem Spiel trotzdem eine Chance geben?

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Business as usual

 

Man merkt Risen 3 an, dass die Entwickler Herzblut in das Projekt gesteckt haben. Die Story handelt von einem namenslosen Piraten, der (wie sollte es auch anders sein) etwas verliert. Nein, er verliert nicht seine Freundin, nicht seinen Rum und auch nicht seinen Papagei, er verliert seinen Geist. So stirbt unser Hauptcharakter nach der Tutorial-Mission und wird kurz darauf von Bones (nicht die Knochenjägerin von RTL) wieder belebt. Dieser Bones wurde mir aus einem bestimmten Grund sympathisch, er kann einem nämlich im Kampf heilen. Und er macht das auch noch richtig gut. Nachdem es bei vielen Spielen nicht richtig funktioniert mit NPCs, die heilen sollen, scheinen die Entwickler hier eine einfache Formel angewandt zu haben: Wenn die Gesundheit des Spielers unter 40% fällt, HEILEN! Und es klappt einwandfrei. Im laufe der Handlung bekommt man weitere Crewmitglieder aber bei mir blieb Bones immer die erste Wahl.

So macht man sich auf die Reise, um den einen Geist wieder mit dem Körper zu verschmelzen. Daneben muss man eine Invasion der Schattenwesen zurückschlagen. Neben der Hauptstory gibt es haufenweise Nebenquests. Man wird förmlich erschlagen von den ganzen Aufgaben, denen man in Risen 3 nachgehen kann. Negativ anmerken könnte man, dass die Missionen nicht besonders originell sind und den üblichen Mustern von Rollenspielen folgen. Aber sie funktionieren, sind abwechslungsreich und machen Spaß und das ist doch das Wichtigste.

 

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Ich steige ein Level auf, oder auch nicht

Anders als in anderen Rollenspielen steigt der Hauptcharakter aber nicht im Level. Man sammelt Ruhm, die Erfahrungspunkte bei Risen 3, mit denen man einzelne Attribute aufbessern kann. So steigert man den Schaden von Schwertern und Pistolen, erhöht die Fähigkeit beim Schlösserknacken oder steigert den Umgang mit Magie. So kann man seinen Charakter an die Spielweise anpassen, die man bevorzugt. Später muss man sich auch einer Fraktion anschließen. Diese Wahl sollte man passend zum bevorzugten Spielstil machen. Es gibt die Wächter, die auf Magie setzen, Eingeborene von Kila, die Voodoo-Künste anwenden und die Dämonenjäger, die perfekt für den Nahkampf geeignet sind. Als Mitglied einer Gruppierung bekommt man Zugriff auf spezielle Fähigkeiten, darum sollte man die Wahl klug treffen.

So bereist man in freier Reihenfolge die Inseln und hat dabei eine Menge zu erledigen. Wenn man nur der Story folgt und wenige Nebenquests annimmt, wird man etwa 20 Stunden beschäftigt sein. Wenn man ausführlicher spielt, kann man die doppelte Zeit einplanen. Die DLCs der First Edition enthalten noch 2 Inseln samt Quest und bietet zusätzliche 3-4 Stunden Spielzeit. Und das Spiel wird in dieser Zeit nicht langweilig. Alleine der Fakt, das ich nach den ganzen Fehlern trotzdem immer gerne weitergespielt habe, spricht sehr für das Spiel. Besonders loben kann man auch die deutsche Sprachausgabe. Bis auf wenige Ausnahmen machen alle Sprecher einen sehr guten Job und auch die etwas rauere Sprache passt gut zum Piraten-Setting. Gewöhnungsbedürftig ist die Steuerung. Mit der A-Taste (X bei PS3) zu schlagen und mit X eine Rolle auszuführen (Viereck) unterscheidet sich von den Genre-Standards und muss erst mal in Fleisch und Blut übergehen. Und auch das Quest-Log könnte etwas übersichtlicher sein, erfüllt aber den Zweck.

 

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Fazit und Wertung

Etzloets: Am Anfang dachte ich, dass ich mich durch Risen 3 quälen müsse. Es stellte sich aber heraus, dass ich das Spiel immer gerne weitergespielt habe. Deshalb finde ich es sehr schade, dass das Spiel durch die technische Umsetzung viele Käufer verlieren wird. Piranha Bytes haben es geschafft, das Spiel mit einfachen Mitteln doch ansprechend zu gestalten und dabei den Faktor Spielspaß immer höher zu halten, als das genervt sein aufgrund der Technik. Einen Preis wird Risen 3 bei den Awards zum Ende des Jahres aber auf jeden Fall gewinnen, den für den nervigsten Zwischengegner in einem Videospiel.

Wertung: 76%

Vielen Dank an Koch Media/Deep Silver, die uns das Testmuster zur Verfügung gestellt haben. Getestet wurde die Xbox 360-Version.

6 thoughts on “LevelUp Review: Risen 3 – Titan Lords

  1. Muschu

    Ich finde es auf seine art und weise gut spielt sich meiner meinung wie teil 2. Etze Ich spiele jetzt ca. 8-9 stunden und habe noch kein einziges mal ein eingefrorenes bild gehabt

  2. Etzloets

    Dann scheinst du Glück gehabt zu haben. Laut Recherche im Internet gibt es Spieler, die diesen Fehler haben und andere, die dieses Problem nicht haben. Woran es liegt, kann ich schwer beurteilen. Ich habe es sowohl installiert, als auch von Disc ausprobiert. Sonst kann es eventuell nur noch an Hardware-Revisionen der Box liegen. Oder es ist einfach willkürlich.

    Ich finde es aber sehr schade, dass die Technik das Spiel abwertet. Mit Feinschliff wäre mehr möglich gewesen.

  3. Muschu

    Da haste recht. Dank dir hab ich jetzt angst zu dem zwischen gegner zu gehn nach dem gefluche am HS. ;-)

  4. Ich spiele momentan die PC Version und bin eigentlich sehr angetan. Ich habe Gothic 1 und 2 geliebt und ja, selbst Gothic 3 habe ich mehr als einmal eine Chance gegeben. Risen 1 fand ich ebenfalls, Risen 2 habe ich jedoch bisher ausgelassen. Aber Risen 3 gefällt mir nach gut 10 Spielstunden ausgesprochen gut. An das Kampfsystem und die Menüführung (sowie Steuerung mit dem Gamepad) musste ich mich erst gewöhnen, wenn man die anderen Teile eben nur mit Maus und Tastatur kennt. Mittlerweile geht’s aber recht gut von der Hand und mir macht es ausgesprochen viel Spaß. So ein paar Dinge kann ich noch schwer einschätzen, aber zum jetzigen Zeitpunkt hat es meiner Meinung nach das Potential Piranha Bytes bisher bestes Spiel zu werden. Wobei es streng genommen gar nicht so viel anders macht und ich es etwas schade finde, dass man nicht mehr auf eine zusammenhängende Spielwelt setzt, sondern eben auf einzelne, lose Areale (sprich Inseln), dafür weisen die aber das bisher beste Design auf. Sowieso, das gesamte Design gefällt mir wirklich sehr gut und wertet die gesamte Optik ungemein auf, so dass die eigentlich etwas angestaubte Technik kaum auffällt.
    Hoffentlich schaffen es die Jungs und Mädels auch mal in der Lage zu sein ein Multiplattform-Projekt ordentlich abzuliefern. Risen 1 war ja schon eine unfassbare Zumutung auf den Konsolen und Risen 3 scheint da leider nicht unbedingt besser zu sein, wobei ich das gesehene Bildmaterial jetzt nicht soooo schlecht fand.

  5. Ich habe keinerlei Ahnung von Risen, dennoch voll vernarrt in Rollenspiele.

    Nach dem Review, klingt das ganze für mich nach einer Mischung von Fable, Mass Effect und The Elder scrolls. Ich weiß nicht ob ich da nah ran komme, oder komplett daneben liege.
    Doch eines habe ich gelernt. Hauptsache die Story ist geil! Klr bugs hin und her. Solange sie nicht die Überhand nehmen, würde ich den Titel sehr gerne mal ausprobieren. Mal sehen, vllt kommt es dazu.

    @Etze
    Finde sehr gut das du so Objektiv bewertest. Zum Glück. Mag diese nur negativ posts nicht. Das macht das ganze viel interessanter.

  6. Tombstone84

    Die Probleme auf der 360 kann ich bestätigen… bei mir hat das Spiel ab ca. 10h tierisch angefangen zu ruckeln. Bei Kämpfen ist es teilweise eine Diashow… Abstürze hatte ich auch schon. Ich hab das Gefühl das das Spiel die 360 absolut ans Limit treibt und einfach grottenschlecht programmiert ist. Meine 360 wird dabei auch lauter als normal… (hab ne leise Slim)
    Das Spiel an sich macht Spaß, aber es wird wohl das erste Risen was ich aufgrund der Technik nicht beenden werde. (Teil 1 und 2 habe ich auch auf der 360 durchgezockt)

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