LevelUp User Review “Ryse” von Drakengram

Ryse  Review,  oder:  Klein- Marius  im  Splatter-Wunderland

Wir befinden uns im Jahr 50 vor Christus, ganz Gall…äh Britannien ist von den Römern besetzt. Ganz Britannien? Nein! Ein unbeugsamer barbarischer Stamm der Kelten hört nicht auf dem Eindringling Widerstand zu leisten!  Zumindest bis Marius Titus auftaucht und Alles und Jeden fein säuberlich in kleine Teile zerhackstückt.

Marius betätigt sich aber nicht nur gerne als Metzgermeister, sondern gibt auch unseren Hauptcharakter in Cryteks audiovisuell beeindruckender Schlachtplatte: Ryse: Son of Rome. Das Ganze exklusiv  für Microsofts Xbox One

 

Ryse: Son of Rome - Eigene Screenshots

 

Das  Ende  vo(r)m  Anfang

Ryse beginnt am Ende seiner Geschichte:  Rom wird von einer Barbarenhorde in Schutt und Asche gelegt, während wir verzweifelt  versuchen dem leicht verwirrten Kaiser Nero das beleibte Hinterteil zu retten. Nach einem mehr oder weniger umfangreichen Tutorial in dem wir schonmal die beiden gameplaymässigen Hauptbeschäftigungen „Körperteile abhacken und auf Gegnerhorden ballern“ ausprobieren dürfen, landen wir alleine mit Nero in einer Gruft.  Da solch düstre Gewölbe bekanntlich der Atmosphäreknaller sind und das Licht grad so schön schwummrig ist, beginnt Marius prompt seine Lebensgeschichte zu erzählen. Und wir sind live dabei! Nun gut, soweit man das bei einem Flashback halt sein kann. Zumindest ist er spielbar, das ist ja schonmal was.  Auf jeden Fall springen wir jetzt 10 Jahre in die Vergangenheit, um auf festgelegten Wegen in einer zwar klassischen, aber sehr kompetent und spanned aufgezogenen Rachegeschichte zu erfahren wie es zu dieser hoffnungslosen Ausgangssituation kam.

 

Ryse: Son of Rome - Eigene Screenshots

 

4  Knoepfe  fuer  ein  Hallelujah

4 Buttons. 4 Aktionen. Angriff, Schwerer Angriff, Ausweichen, Blocken. Das Kampfsystem von Ryse zeigt das Simplizität nichts Schlechtes sein muss. Man kapiert´s sofort und schnetzelt sich in Null komma nix durch die manchmal ein wenig abwechlsungsarmen Gegner:  Standardgegner, Dicker mit Schild, Großer mit Keule und der obligatorische Fuchtelmeister, das wars dann auch schon mit dem Variantenreichtum. Zumindest hat jeder Gegnertyp sein eigenes Angriffsmuster spendiert bekommen, was besonders bei den oft stattfindenden Massenkeilereien mit 10+ Gegnern volle Aufmerksamkeit und ein stetes Anpassen der eigenen Taktik erfordert. Hat man einen der Widersacher genug gepiesackt erscheint ein Totenkopf über seiner Rübe, was im Prinzip soviel heisst wie: „Hey, ich bin bereit für ´nen saftigen Abgang!“ Da lassen wir uns doch nicht zweimal bitten! Per Knopfdruck geht’s ab in den Hinrichtungsmodus und der Gegner darf per Quick Time Event testen wie kreativ Marius beim Garaus machen ist. Zur Höchstform auflaufen darf Ryse in den leider etwas zu seltenen Bosskämpfen. Hier darf man neben schweissnassen Händen auch den ein oder anderen inszenatorischen Augenschmaus erwarten.

 

Ryse: Son of Rome - Eigene Screenshots

 

Ich  glaub  ich  bin  im  Film

Ja, Ryse sieht gut aus. Es sieht fast verboten gut aus. In manchen Szenen kann man das Ding nicht von der Realität unterscheiden. Also, zumindest ich nicht. Sei es Marius Rüstung mit ihren unzähligen Maßerungen und Verzierungen, die in Felle gehüllten Barbaren, bei deren Anblick man dankbar ist dass der Fernseher keine Gerüche überträgt, das fotorealistische Feuer welches einen Bosskampf in
passendes Licht rückt,  vom Mondschein erleuchtete Wege, ein Wald der auch mal wie einer aussieht, das zerfallene Rom, und, und, und. Crytek hat hier fernab der Miriaden an Details ein Händchen für Szenerie die momentan fast ihres Gleichen sucht. Auch die Animationen und Mimik der Akteure stehen dieser Opulenz in nichts nach. Selten gab es so gut aussehende und flüssige animierte Schwertkämpfe. Hier wirkt fast jede Bewegung natürlich, nichts clipt, Schwerter treffen da wo sie treffen sollen, und bei manch schmerzverzerrtem Gesicht könnte man fast Mitleid bekommen. Die professionelle Vertonung rundet das erstklassige audiovisuelle Gesamtbild ab. Nur die musikalische Begleitung fällt da ein wenig ab. Diese begleitet das Geschehen zwar passend und stimmungsvoll,  bleibt dabei aber eher austauschbar und wenig erinnerungswürdig.

 

Ryse: Son of Rome - Eigene Screenshots

 

Die  Todgeweihten  grüßen  euch!

Eine Extra-Erwähnung verdient der Multiplayer,  der im Grundprinzip wie ein zielbasierter Hordemodus abläuft. (Leider nur) Bis zu Zwei Spieler kloppen sich auf den abwechslungsreichen Maps innerhalb des Colloseums durch Gegnergruppen und erfüllen verschiedene Aufgaben wie: Punkte einnehmen und halten, Ziele zerstören,  Anführer töten oder einfach alle Gegner erledigen. Für überstandene Runden werdet ihr mit Erfahrung und Gold belohnt, letzteres könnt ihr in neue Ausrüstung für euren Gladiator investieren. Durchaus spassig, und auch auf lange Zeit motivierend.

 

Fazit:

Ryse: Son of Rome ist handwerklich astreines Popcorn-Kino zum selber spielen. Es sieht atemberaubend aus, ist spielerisch grundsolide und bietet, zumindest wenn man den spassigen Multiplayer mit einbezieht, ausreichend Spiel für euer Geld.  Und natürlich suppt es an allen Ecken und Enden, dass es nicht mehr feierlich ist. Und das ist, wenn wir ehrlich sind, doch die Hauptsache, nicht? ;-)

 

 

 

LevelUp User Review “Ryse” von Drakengram wurde gemäß den Verwendungsregeln für Spielinhalte von Microsoft unter Verwendung von Inhalten aus Ryse: Son of Rome, © Microsoft Corporation, erstellt.

One thought on “LevelUp User Review “Ryse” von Drakengram

  1. Was soll ich sagen? Ich stimme dir vollkommen zu :)

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